Über Geld sprechen

Wann und wie lernen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Geld?

Bild: Micheile Henderson - unsplash.com

Warten können
Warten können ist eine wichtige Voraussetzung für einen guten Umgang mit Geld, insbesondere in unserer durch Konsum und Kredite geprägten Gesellschaft. Warten lernen bereits kleine Kin-der: Vor dem Essen, vor Weihnachten und beim Anstehen an der Kasse. Den einen Kindern fällt das Warten leichter, den anderen weniger. Doch warten kann im Alltag geübt werden. Untersuchun-gen zeigen: Wer warten kann, ist zufriedener, hat bessere soziale Kontakte, ist beruflich erfolgreicher und kann besser mit Geld umgehen (Mischel, 1989).

Über Geld sprechen
Der Geldfluss wird immer unsichtbarer. Kinder sehen die Eltern mit einer Plastikkarte einkaufen. Deshalb soll mit Kindern über Geld gesprochen werden, woher es kommt und das Geld auf dem Bankkonto endlich ist. Um ein Gefühl für realistische Lebenskosten entwickeln zu können, ist es wichtig, mit Jugendlichen über diese zu sprechen: Wie teuer ist die Miete und was kostet eigentlich die Krankenkasse monatlich? Werden effektive Lebenskosten vorenthalten, fehlen diese Informationen dann beim Übergang in die finanzielle Selbstständigkeit.

Taschengeld
Das Taschengeld bietet Kindern die Gelegenheit, den Umgang mit Geld anhand eines eigenen kleinen Budgets zu üben. Kinder lernen zu planen, einzuteilen, zu verzichten und zu sparen. Das Taschengeld wird empfohlen, sobald sich ein Kind für Geld interessiert, in der Regel ab Schuleintritt.
Kinder lernen auch viel beim gemeinsamen Einkaufen: Was kosten die Dinge? Ist der teurere Pullover auch besser als der günstigere? Was ist eine notwendige Anschaffung? Ob mit oder ohne Taschengeld: Um einen guten Umgang mit Geld zu erlernen, sind vor allem Gespräche notwendig.

Jugendlohn
Mit dem Jugendlohn erhalten Jugendliche ab 12 Jahren einen fixen monatlichen Beitrag, mit dem sie grössere Teile der Lebens-kosten (Kleider, Handy, Coiffeur, Velo, etc.) selbstverantwortlich finanzieren. Mit dem Jugendlohn lernen Jugendliche Konsumwünsche gegen notwendige Anschaffungen abzuwägen, längerfristig zu planen und für grössere Anschaffungen zu sparen. Der Jugendlohn fördert die Selbstverantwortung und Selbstständigkeit der Jugendlichen.

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Lehrlingslohn
Laut den gesetzlichen Grundlagen im ZGB ist der Lehrlingslohn für die Deckung der eigenen Auslagen gedacht. Je nach Höhe können davon Kleider, Handy, Coiffeur, Sport aber auch Fahrkosten und die auswärtige Verpflegung finanziert werden. Grundlage für die Entscheidung, welche Kosten mit dem Lehrlingslohn und welche von den Eltern finanziert werden, sollte ein am Bedarf ausgerichtetes Lehrlingsbudget bilden.


Mit dem Lohnkonto wird zudem am besten gleich ein Sparkonto eröffnet. Muss der Jugendliche die Krankenkasse mit dem Lehrlingslohn bezahlen, kann dafür ein Lastschriftverfahren oder ein Dauerauftrag eingerichtet werden. So lernen Jugendliche sich in finanziellen Belangen gut zu organisieren. Ein Betrag für Kost und Logis darf ab einem angemessenen Verdienst verlangt werden und hat einen erzieherischen Wert: Wohnen, Essen, Putzen und Kochen sind nicht gratis. Viele Familienbudgets sind zudem angespannt und der Beitrag bringt Entlastung.

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