Psychische Anspannung, physische Verspannung

Wenn der Stress auf die Muskeln schlägt.

Progressive Muskelentspannung ist eine wirksame Methode zur Entspannung. Bild: Fitness Go - flickr.com

Verspannungen können verschiedene Ursachen haben: Fehlbelastung der Wirbelsäule, eine schlechte Körperhaltung, monotone Bewegungsabläufe, mangelnde Aktivität, Angst, Magnesiummangel oder eben Stress. Stress (lat. stringere = anspannen) bezeichnet eine Reaktion des Körpers, die uns Menschen ermöglicht, mit körperlichen und psychischen Belastungen umzugehen. Wird eine Situation oder eine Person vom Gehirn als stressig bewertet, dann werden vermehrt Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.

 

Muskuläre Anspannung kann beispielsweise dann entstehen, wenn ein Stressfaktor über längere Zeit auf uns einwirkt, ohne dass wir auf ihn Einfluss nehmen und ihn verändern können.

 

Sind die Muskeln verspannt, verhärten sie sich. Die Durchblutung ist behindert und es treten Schmerzen auf. Auch die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Bei Verspannungen im Nackenbereich treten oftmals Kopfschmerzen auf. Viele Betroffene nehmen eine Schonhaltung ein, folglich verkürzen sich die Muskeln weiter und verspannen sich noch stärker. Besonders anfällig für stressbedingte Dauerverspannungen sind die Schulter-, Nacken- und Kiefermuskulatur, die Rückenmuskulatur und der grosse Lendenmuskel.

 

Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente lindern die Symptome. Auch Wärmepflaster oder sanfte Massagen helfen gegen Schmerzen. Am wichtigsten ist es jedoch, die Ursache für die Verspannung zu bekämpfen.

 

Progressive Muskelentspannung oder Muskelrelaxation ist eine nachweisbar wirksame Methode zur Entspannung. Das Prinzip: Sie spannen willentlich bestimmte Muskel an und lassen sie wieder los. So nehmen Sie die Entspannung bewusster wahr. Die Entspannung breitet sich mit jeder bearbeiteten Muskelgruppe weiter aus. Der Blutdruck sinkt, der Puls verlangsamt sich, die Atmung wird ruhiger. Diese Methode hilft unter anderem beim Bekämpfen von Stress und Kopfschmerzen.

Stress kann ein Auslöser für Verspannungen sein. Bild: Pedro Figueras - pexels.com

Testen Sie es gleich selbst: Sitzen Sie aufrecht und stellen Sie Ihre Füsse auf den Boden. Lassen Sie ihren Körper locker und atmen Sie ruhig – auch während den Übungen. Halten Sie die Anspannung jeweils 5 bis 7 Sekunden, lassen Sie abrupt los und entspannen Sie schliesslich 15 bis 20 Sekunden.

  1. Ziehen Sie die Schultern in Richtung der Ohrläppchen hoch und bleiben Sie aufrecht sitzen. Halten – lösen – entspannen.
  2. Ziehen Sie den Bauchnabel nach innen, halten Sie die Muskelanspannung und geniessen Sie die Entspannung nach dem Lösen.
  3. Pressen Sie Ihren Gesässmuskel zusammen und spannen sie die Beine an: Oberschenkel anspannen, Fersen gegen den Boden drücken, Zehen hochziehen und lösen.
 

Durch die abwechselnde An- und Entspannung nehmen Sie die Entspannung bewusster wahr und senken das Stresslevel. Gönnen Sie sich ein Bad mit Lavendelöl, trinken Sie einen Tee oder nützen Sie die folgenden Angebote: Patientenschulung, Hatha Yoga, Feldenkrais, Tai Chi