Ein Gläschen aufs Baby!

Alkohol in der Schwangerschaft.

Ihr Kind wird Ihnen den Verzicht auf Alkohol danken. Bild: freestocks.org - unsplash.com

Das intensiver Alkoholkonsum schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich zieht, ist bekannt. Wer aber während der Schwangerschaft nicht darauf verzichten kann, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die des ungeborenen Kindes. Das ungeborene Kind trinkt bei jedem Glas mit.

 

Alkohol verteilt sich nach dem Konsum rasch im Blut und gelangt von der Plazenta über die Nabelschnur ins Blut des Kindes. Der Alkoholspiegel im Blut des Ungeborenen erreicht mit einer kleinen Verzögerung dieselben Werte, die die Mutter in ihrem Blut hat. Das Baby kann mit seiner noch nicht ausgebildeten Leber den Alkohol jedoch nicht abbauen.

 

Frauen, die während der Schwangerschaft Alkohol trinken, können bei ihrem Kind das fetale Alkoholsyndrom (FAS) auslösen: Betroffene Kinder sind lebenslang mental und/oder motorisch geschädigt. Es wird unterschieden zwischen dem fetal alcohol spectrum disorder (FASD) und dem FAS. Unter FASD werden alle Beeinträchtigungen auf Grund des Alkoholkonsums verstanden: Merk- und Lernschwierigkeiten, Sprechstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität können Beispiele sein. Beim schwerwiegenderen FAS sind beispielsweise ein zu kleiner Kopf, Gesichtsmissbildungen, Wachstumsverzögerungen, Herzfehler, Bewegungsstörungen und geistige Behinderungen zu beobachten. Auch eine verminderte Intelligenz kann ein Symptom sein.


Zudem steigt das Risiko einer Fehl-/Frühgeburt und die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen und Vitaminen für die Frau - und somit für ihr ungeborenes Kind - ist erschwert.

Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf Alkohol. Bild: Jeff Siepmann - unsplash.com

Zu erkennbaren Schäden kommt es schon, wenn Schwangere etwa ein Glas Wein pro Tag trinken. Schon bei Säuglingen lassen sich diese Schäden beobachten: Sie lassen sich von ihren Eltern nur schwer beruhigen, wenn sie schreien, schlafen und essen schlecht. Im Kleinkindalter zeigen sich ADHS-Symptome und als Jugendliche sind diese Kinder überdurchschnittlich häufig aggressiv bis gewalttätig oder depressiv.

 

Gemäss heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird deshalb empfohlen, während der Schwangerschaft auf den Alkoholkonsum zu verzichten. Noch gibt es keine eindeutigen Hinweise dafür, dass der gelegentliche Genuss von Alkohol dem Baby während der Schwangerschaft schadet. Aber es gibt auch keinen Grenzwert, bis zu dem Alkoholgenuss in der Schwangerschaft völlig unbedenklich ist. Es ist bis heute nicht nachgewiesen, welche Menge zu welchen gesundheitlichen Schäden führt.


Die sicherste Wahl für eine schwangere Frau ist schlichtweg gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Werdende Mütter schaden ihrem Kind mit Abstinenz garantiert nicht. Stellen Sie den Alkoholkonsum ein.

Führen Sie sich immer wieder vor Augen, dass die Schwangerschaft nur ein kurzer Augenblick im Leben ist, das Kind Ihnen den Verzicht auf Alkohol aber sein Leben lang danken wird. Wenn Sie Mühe haben, Ihren Konsum einzuschränken, können Sie sich an Fachpersonen wenden: Die Suchthilfe Ost GmbH, die Perspektive Region Solothurn-Grenchen und das Blaue Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg unterstützen Sie in Ihrem Vorhaben.